COXALGIE
Coxalgia
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Der Begriff Coxalgie (lat.: Coxalgia) setzt sich aus den Wortteilen "Coxa" (Hüf te) und "algie" (Schmerzhaftigkeit) zusammen. Demnach versteht man unter einer Coxalgie Hüf t(gelen k)schmerzen.

Eine Coxalgie kann durch unterschiedlichste Erkrankungen hervorgerufen werden. 

Eine Coxalgie kann im Rahmen von Schmerz en, die von der Lendenwir belsäule und dem Becke n in die fte ausstrahlen, auftreten. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass eine Bandscheibe vorgefallen ist, sondern ist meist im Sinne eines sogenannten „pseudoradikulären(= scheinbar von einer Ner venwurzel ausgehenden) Schmerzsyndroms zu sehen. Hierbei stehen Schmerz en aus Mus keln, Seh nen, Gelenkkapseln und Bändern im Vordergrund.

Die häufigste Ursache für eine Coxalgie (Coxalgia) ist die ft-Arthrose, eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte) Gelen kerkrankung, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt. 
Bei der sog. Coxart hrosis defor mans (Ar thropathia defor mans) bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels. 
Betroffen sind vor allem das ft- und Kn iegelenk

Die Ausbildung einer Arthrose und die damit verbundene Coxalgie kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden. So z.B. bei Vorschädigungen infolge eines Unfalls, durch eine eigenständige Gelenksentz ündungen, oder auch durch eine permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der Be ine (X- oder O-Be ine). Zur Prävention (= Vorbeugung) einer Ar throse sollten deshalb präarthrotische (= einer Arthrose vorausgehenden, eine Ar throse begünstigende) Deformitäten (= Fehlbildungen) beseitigt werden.

Eher selten können auch Tumore zu einer
Coxalgie führen, meist geht dieser von der Innenhaut der Gelenkkapsel (Membrana synovialis) oder von der Gelenkkapsel selbst aus. An gutartigen Tumoren kommen vor: Lipome (= Fettgewebsgeschwulste), Fibrome (= Bindegewebsgeschwulste) oder Hämangiome (= Wucherungen von Blutgefäßen). Bösartig ist das maligne Synovialom. 
Zu einer
Coxalgie kommt es auch bei einer Gelenkentz ündung infolge einer Systemerkrankung. I.d.R. sind dann aber mehrere Gelen ke betroffen. Als Ursache dominieren rheumatische bzw. rheumatoide (= rheumaähnliche) Prozesse. 
Im Jugendalter kann ein Gelen kschmerz bzw. eine
Coxalgie im Rahmen einer systemischen juvenilen chronischen Ar thritis (S till Syndrom) auftreten, eine meist symmetrisch verteilte Polyarthritis (= En tzündung in mehreren Gelen ken). Begleitende Krankheitszeichen sind Fieber, Milz- und Lebervergrößerung sowie Lymphknotenschwellungen. 
Bei oder nach Infektionskrankheiten (z.B. Masern, Mumps, Röteln, Windpocken) kann es ebenfalls zu einem Gelen kschmerz bzw. zu einer
Coxalgie kommen, sog. parainfektiöse reaktive Arthritiden (= Gelenkentzündungen).

Schmerztherapie bei Coxalgie:

Eine chronische (= länger als drei Monate bestehender) Coxalgie (Coxalgia) führt wie jede chronische Schmerzkrankheit zu einer Art Überreizung der Schmerznerven. Unser Körper funktioniert nach dem Prinzip, dass das, was häufig im Körper passiert, durch den Organismus unterstützt bzw. auch verstärkt wird. Leider gilt dies auch für eine Coxalgie. Dies führt bei Dauerschmerzen zu einer Veränderung der schmerzleitenden Ner ven dahingehend, dass selbst ein geringer Reiz als starker Schmerz weitergeleitet wird.

Je nach Schmerz-Ursache gibt es meist eine auf die Grundkrankheit abgestimmte Therapie (z.B. bei zu starker Abnutzung ein chirurgischer Hüftgelenksersatz). Manchmal ist es aber noch zu früh für eine Operation oder die Coxalgie dauert trotz der Operation an. Dann sind allgemeine schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt, die oft bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen sind, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten. Ein chronischer (= länger als drei Monate bestehender) Schmerz in der fte (Coxalgie) erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren. Die bei einer Coxalgie üblichen Therapieverfahren der Speziellen Schmerztherapie sind:

  1. Information über die Erkrankung
  2. Medikamentöse Behandlung (u.a. Schmerzmittel, schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter  
  4. Physiotherapie (Krankengymnastik und andere Anwendungen) bei Funktionseinbußen
  5. Akupunktur
  6. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
  7. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
  8. Bei Beteiligung der Wirbelsäule auch Chirotherapie

Medikamentöse Schmerzbehandlung bei Coxalgie:

Akut und subakut können bei einer Coxalgie (Coxalgia) zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden. 
Manchmal sind aber die Schmerzzustände nur mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®)
(= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar. 
Grundsätzlich sollte aber auch bei
Coxalgie eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden. 
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch bei chronischer Coxalgie wirksam) (z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) bei einer Coxalgie:
Indem man die am Schmerzgeschehen beteiligten Ner ven für eine längere Zeit möglichst mehrfach täglich mit einem örtlichem Betäubungsmittel betäubt, „beruhigt“ man diese Ner ven und der Körper kann den Schmerz wieder bis zu einem gewissen Grad „verlernen“. Zudem können Spritzen mit einem örtlichem Betäubungsmittel bei einer Coxalgie (Coxalgia) helfen, die Mus kulatur zu entkrampfen und damit die Krankengymnastik zu erleichtern.
Bei einer
Coxalgie sind häufig auch Katheterverfahren sinnvoll. Hierbei wird über einen dünnen Kunststoffschlauch, der in örtlicher Betäubung dicht an den schmerzleitenden Nerv gelegt wird, mehrfach täglich ein örtliches Betäubungsmittel eingespritzt. Das örtliche Betäubungsmittel wird dabei so verdünnt, dass die Muskelkraft weitgehend erhalten bleibt bei gleichzeitiger deutlicher Schmerzlinderung und guter Muskelentspannung und so begleitend eine sinnvolle Krankengymnastik möglich ist, bzw. oft erst möglich wird. 
Die das ftgelenk versorgende Ner ven stammen aus dem sog. Ple xus l umbalis
(= Nervengeflecht der Lend e). Dieser Plexus kann über den Nervus femora lis (= vorderer Oberschenkelnerv), der selbst dem Ple xus l umbalis entstammt, betäubt werden. Der dünne Kunststoffschlauch (Katheter) wird deshalb etwas unterhalb der Leis te an den vorderen Oberschenkelnerv gelegt, und zwar genau in dessen Ner venscheide (= Gewebsumhüllung der Nervs). Während nun das verdünnte, örtliche Betäubungsmittel mehrmals täglich in den Katheter eingespritzt wird, wird der Oberschen kel mit einer Manschette unterhalb der Kathetereinstichstelle abgestaut. Auf diese Weise wird das eingespritzte örtliche Betäubungsmittel innerhalb der Ner venscheide nach oben „getrieben“ und betäubt dann zusätzlich den Ple xus l umbalis und damit auch das ftgelenk
Wenn eine
Coxalgie (Coxalgia) beiderseits besteht, wird man eher die epidurale (= rückenmarknahe) Betäubung mit Katheter durchführen.

Ner venblockaden haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile (= Ner ven des unwillkürlichen Nervensystems) kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem entzündlich/ degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist bei einer Coxalgie aufgrund einer Art hrose oder Arthritis diese Behandlung nicht nur symptomatisch (= nicht nur auf den Schmerz gerichtet), sondern auch kurativ (= heilend).  

Wenn eine Coxalgie längerfristig besteht, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen. 

Weitere schmerzhafte Gelen ke (Arthropathien):
Knieschmerzen
Schultergelen kschmerzen

Ellenbogenschmerzen 
Handgelenkschmerzen

Fingerschmerzen
Fußgelenkschmerzen

Aktualisiert:  15.05.05
A
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C
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F Facetten-Syndrom, Fasziitis, Fasziitis plantaris, Failed-back-surgery-Syndrom, Fersenschmerz, Fersensporn (www.fersen-sporn.de), Fersensporne, Fibromyalgie (www.1-fibromyalgie.de)(1), Fibromyalgie (www.fibromyalgie.at)(2), Fibromyalgie (www.fibro-myalgie.com)(3), Fibromyalgiesyndrom (www.polymyalgia.de/fibromyalgiesyndrom), Fibromyalgie-Syndrom (www.fibromyalgie-syndrom.org), Fibrositis, Forestier Krankheit, Frozen Shoulder, Fußgeschwür,
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I Iliosakralgie,
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